SM im Alltag
SM-Praktiken bestimmen nicht nur im Rahmen von Sessions den Alltag ihrer Anhänger – viele Beziehungen basieren rund um die Uhr auf dem erotischen Rollenspiel. Haben sich Top und Sub gefunden und teilen Tisch sowie Bett, ist es jedoch notwendig, trotzdem eine klare Linie im Alltag zu ziehen, um Missverständnisse oder gar körperliche Übergriffe auf den Partner zu verhindern, die nicht gewünscht sind. Gewalt, die außerhalb des BDSM-Kontexts stattfindet, ist so absolut tabu und hat mit dem erotischen Rollenspiel nichts mehr gemein. Dies betrifft eine Ohrfeige im Alltag ebenso wie ein festes Anpacken des Partners oder der Partnerin. Auch Hausarreste oder Situationen, in denen der Partner unfreiwillig hilflos gemacht wird, haben in Top-Sub-Beziehungen außerhalb von Sessions nichts zu suchen.
Selbst wenn die Rollenverteilung zwischen dominantem und devotem Partner klar verteilt ist, darf das Selbstwertgefühl des unterlegenen Parts im Alltag nicht leiden. Lässt sich der devote Partner so beim Sex gern die Leviten lesen, benötigt er im Alltag dennoch die volle Unterstützung, wie sie im partnerschaftlichen Kontext wünschenswert ist.
Besonders Anfänger und Neulinge sollten sich stets darüber im Klaren sein, dass diese allgemeinen Regeln in jeder BDSM-Beziehung eingehalten werden müssen. Ausreichend Lesenswertes zum Thema Sadomasochismus findet sich auf Webseiten zum Thema SM Online, in einschlägigen Foren und in der Amateurcommunity. Auch Begriffe aus dem SM-Kontext wie „Safeword“ oder „Bottom“ sollten vor Beginn der ersten erotischen Spiele ausreichend abgeklärt werden. Hierbei geht es vor allem darum, das Grundverständnis von BDSM zu verschließen: nämlich, dass sich ein Großteil der Erotik im Kopf abspielt und mit lockeren Schlägen wenig gemein hat.

